Soziales Lernen Drucken

Lions Quest „Erwachsen Werden“ – Förderung der sozialen Kompetenz junger Menschen

Entsprechend unserem Leitbild wird mit diesem Programm ein Weg beschritten, der die Förderung sozialer Kompetenzen in der Schule in den Mittelpunkt stellt. Die Stärkung des Selbstvertrauens und der kommunikativen  Kompetenz, die Fähigkeit, Kontakte aufzubauen, Konfliktsituationen in der Schule und in der Familie wirksam zu begegnen und konstruktive Lösungen zu finden, das sind die wesentlichen Schwerpunkte des Programms.

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden die folgenden Bausteine seit dem Schuljahr 2002/2003 erfolgreich umgesetzt :

  • Ich und meine (neue) Gruppe
  • Stärkung des Selbstvertauens
  • mit Gefühlen umgehen
  • die Beziehungen zu meinen Freunden
  • mein Zuhause
  • Es gibt Versuchungen – Entscheide dich
  • Ich weiß, was ich will

Die Methoden der Vermittlung bestehen aus verschiedenen interaktiven Modellen, wie Rollenspiele, Visualisierung und Modelllernen. Insbesondere hat auch die spielerische Bewegung, das Aushalten von Nähe eine besondere Bedeutung


"Stark im Miteinander" Konfliktkultur an der Schule fördern

Seit vielen Jahren macht das "Fair Mobil" Station in unserer Schule. Das mobile Einsatzfahrzeug enthält verschiedene Parcoursstationen voller Ideen, Themen und Aktionen. Alle Schüler und Schülerinnen des 6.  Jahrgangs haben die Möglichkeit, sich selbst zu erproben und Fähigkeiten im Team mit anderen zu erlernen. In kleineren wie größeren Gruppen werden verschiedene Wahrnehmungs- und Diskussionsübungen sowie Erlebnisspiele durchgeführt. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch den Förderverein. Einen kleinen Eigenanteil zahlen die Eltern.


Streitschlichtung durch Schüler und Schülerinnen

Seit dem Schuljahr 2002/2003 sind Schüler und Schülerinnen der Klasse 9 als Streitschlichter an unserer Schule vor allem in den Klassen 5 und 6 tätig.

Folgende Begründungen werden dabei als wesentlich angesehen:

  • Die ausgebildeten Streitschlichter/innen gewinnen für sich persönlich eine höhere soziale Kompetenz, größeres Selbstvertrauen, ein erweitertes Verhaltensrepertoir in schwierigen Situationen, qualifizierte Kommunikations- und Kooperationstechniken.
  • Sie trainieren ihre kritische Entscheidungsfähigkeit und verantwortliches Handeln.
  • Sie geben nicht nur während ihres Einsatzes in einem Streitschlichtungsgespräch ihre erworbenen integrativen Fähigkeiten weiter, sondern auch im Schulalltag überhaupt.
  • Die jüngeren Schüler lernen früh, ihre Streitigkeiten auf faire Weise in einem Gespräch ohne Gewalt und ohne Hilfe einer Lehrkraft beizulegen.
  • Dadurch werden weniger restriktive Maßnahmen seitens der Lehrer und Lehrerinnen erforderlich.
  • Die Unterrichtszeiten werden nicht mehr geschmälert, weil weniger Streit und Unruhe in den Unterricht getragen werden.
  • Das Engagement der Streitschlichter trägt langfristig zur Verbesserung des Schulklimas bei, da die Schüler und Schülerinnen eigenverantwortlich das Schulleben positiv beeinflussen.

Im Wahlpflichtunterricht der Klassen 8 werden die neuen Streitschlichter/innen eines Jahrgangs in einer Doppelstunde wöchentlich ausgebildet. Am Schluss steht eine Überprüfung, in der sie die gelernten Fähigkeiten unter Beweis stellen und eine Leistungsnote, die dem Bereich „Deutsch“ im Wahlpflichtbereich zugeordnet ist. Nicht jede Ausbildung führt automatisch zur Streitschlichtertätigkeit an unserer Schule.

Zu Beginn der Klasse 9 werden die neuen Streitschlichter in ihr Ehrenamt eingeführt. Ihnen wird eine Urkunde zu ihrer Tätigkeit verliehen.

Während ihres 9. Schuljahres betreuen die Streitschlichter jeweils zu zweit eine Klasse 5. Durch regelmäßige Kontakte wie Kennenlernbesuche zu Beginn des Schuljahres, die Übernahme von Patenschaften, die Teilnahme an Klassenfesten und ggfs. Ausflügen, Pausengespräche usw. werden die Beziehungen zwischen den jüngeren und älteren Schülern entwickelt und positiv beeinflusst. Im Bedarfsfall führen die Streitschlichter die Schlichtungsversuche mit jeweils zwei Streitenden. Dazu steht ihnen der Raum für Gespräche zur Verfügung. Es können sowohl die Streitenden selbst als auch deren Mitschüler oder Lehrer an sie herantreten. Die Streitschlichter stellen dafür ihre Freistunden bereit. Die Streitenden erhalten die Erlaubnis zur Teilnahme an einem Gespräch bei ihren Klassen- oder Fachlehrern.

Seit dem Schuljahr 2002/03 ist zusätzlich eine Pausenbereitschaft der Streitschlichter/innen im Einsatz, so dass Streitfälle schnell und unkompliziert bearbeitet werden können. Dabei treten die Streitschlichter aber nicht als „Schulhofpolizei“ auf, sondern werden von den Streitparteien ihrerseits aufgesucht. Seit dem Schuljahr 2005/06 übernehmen  die Streitschlichter zusätzlich Aufgaben bei der Durchführung der „ Aktiven Pause“ , in dem sie Spielgeräte an die Schüler und Schülerinnen des 5. Jahrgangs ausgeben und wieder entgegennehmen.

Die Streitschlichter/innen der 9. und 10. Jahrgänge kommen jeweils einmal wöchentlich zusammen, um schwierige Situationen aus ihrer Tätigkeit zu besprechen, aufzuarbeiten und um weiter zu trainieren.

Zu ihren Zeugnissen erhalten sie eine Bescheinigung über ihre Tätigkeit als Streitschlichter, die ihnen im Falle einer Bewerbung Vorteile bringen kann, da viele Arbeitgeber Mitarbeiter mit sozialer Kompetenz zu schätzen wissen.

Während ihrer Ausbildung geht es für die Streitschlichter vor allem um das Erreichen der folgenden Ziele:

  • Sie sollen verstehen, dass eine kooperative Lösung den Streitenden mehr Kontrolle über den Ausgang ihres Streites und größere Zufriedenheit schafft.
  • aktiv zuhören können
  • Körpersprache interpretieren
  • Gefühle erkennen und ausdrücken
  • Toleranz und Empathie entwickeln
  • Du-Botschaften in Ich-Botschaften umformen
  • Fragetechniken anwenden, die zur Erhellung der Streitsituation beitragen, die die gemeinsamen Interessen sichtbar machen und die versteckte Themen aufdecken helfen
  • Schlichtungsverfahren in seiner Grundstruktur und seinen Regeln kennen und anwenden

Um die notwendigen Erfahrungen zu sammeln, werden Übungen eingesetzt, Rollenspiele in vielfältiger Weise durchgeführt, gruppendynamische Prozesse beobachtet, bewusst gemacht und ausgewertet.

Es zeigt sich, dass die Einrichtung und kontinuierliche Entwicklung als auch die Betreuung der Streitschlichterarbeit durch Lehrer und Lehrerinnen anhaltenden Einsatz und ausdauernde Initiative verlangt. Durch die Unterstützung der Sozialpädagogin ist eine wesentliche Voraussetzung der erfolgreichen Streitschlichterarbeit an unserer Schule ermöglicht worden. Dennoch  verliert sich für die beteiligten Schüler und Schülerinnen oft der anfängliche Reiz des Neuen. So muss mit immer neuer Motivation an dieser Aufgabe gearbeitet werden.